Trinke ich zu viel Alkohol?

Es beginnt oft nicht mit einer klaren Entscheidung.

Nicht mit dem Gedanken:

Ich habe ein Problem.

Sondern mit etwas viel Leiserem. Ein kurzer Moment vielleicht.

Ein Gefühl, das sich nicht mehr richtig anfühlt.

Ein Gedanke, der hartnäckig bleibt, auch wenn man ihn immer wieder wegschiebt.

Trinke ich zu viel Alkohol?

Diese Frage stellst Du Dir vielleicht.

Zwischen Alltag, Gewohnheit und dem Versuch, alles im Griff zu behalten.

Manchmal ist es kein „zu viel“ im klassischen Sinne.

Kein Absturz. Kein Kontrollverlust, den das Umfeld sehen oder bemerken würde.

Man funktioniert ja auch schließlich noch. Man geht arbeiten, hält den Haushalt

und die Familie am laufen.. und trotzdem drängt sich in stillen Momenten der 

Gedanke auf: ist es zuviel?


Vielleicht merkst Du, dass Alkohol mehr Raum einnimmt, als Du möchtest.

Dass Gedanken darum öfter kommen.

Dass es schwerer wird, bewusst darauf zu verzichten.

Oder dass sich bestimmte Momente ohne ihn unangenehm anfühlen.


Und vielleicht stellst Du Dir dann Fragen wie:


Ist das noch normal?

Übertreibe ich?

Wieviel ist noch ok?


Viele Menschen suchen an diesem Punkt nach klaren Antworten.

Nach Tests, nach Einordnungen.

Nach der Antwort auf die Frage- bin ich bereits abhängig? 

Wie oft habe auch ich das gegoogelt. Ein paar Mal habe ich diese Tests auch gemacht.

Habe ich die Fragen richtig und ehrlich beantwortet? Natürlich nicht. 

Weil ich es ja ohnehin wusste. Ich wusste, wenn ich ehrlich bin, bekomme ich 

ein Ergebnis das ich nicht sehen möchte. Hätte ich es schwarz auf weiß gesehen

wäre es real geworden. Also habe ich mich lieber darauf verlassen, was ein von mir

selbst gefälschter Test mir antwortet. Ich abhängig? Nein. Etwas gefährdet 

vielleicht ja, aber alles noch im Rahmen. 

In dieser "Sicherheit" habe ich mich lange gewogen. 

Und wertvolle Zeit ist verstrichen. In der es mir zunehmend schlechter ging.


Du darfst diese Momente, in der Du wie ich nach einer Antwort suchst, sehr ernst nehmen. 

Und wenn Du Dich in all diesen Gedanken wiederfindest:

Du bist damit nicht allein.

Und Du musst heute noch nichts entscheiden. 

Vielleicht reicht für jetzt:


Ich sammle Tage.


Gute Tage. Nüchterne Tage.