Das mit dem Altglas
Wann Weinwochen in Frankreich waren wusste ich immer.
Bei 3 Kisten kostete die 3. Kiste nur noch die Hälfte.
Ich lehnte das Angebot meiner Freundin ab, mir eine Kiste mitzubringen.
Ich hatte ein großes Auto. Ich fuhr selbst.
Und etwas Vorrat zu haben war schließlich nie verkehrt, nicht wahr?
Diesen lagerte ich in einer Kammer neben der Küche.
An Tag 4 griff ich in eine Kiste.
Ich hob jede einzelne Flasche an. Leer. Alle.
Es war noch am Nachmittag. Trotzdem beschloss ich, die Kiste wegzubringen.
Ich konnte sie nicht ertragen.
Ich stopfte Geschirrhandtücher zwischen die Flaschen, öffnete die zweite Kiste und legte eine neue Flasche ins Gefrierfach.
Ich schaute durch den Spion und trat einen Schritt von der Tür weg, als ich meine Nachbarin im Treppenflur sah. Nachdem das Licht wieder erlosch, ging ich durch den dunklen Flur nach unten.
Den Karton an mich gedrückt.
Nächstes Mal brauche ich wohl ein Handtuch mehr.
Wieder zuhause redete ich mir ein, alles im Griff zu haben.
Ich brachte schließlich mein Altglas weg.
An diesem Gedanken hielt ich mich fest, bis mein erstes Glas wieder leer war.
So leer wie meine Kammer am Ende der Woche.